Was kommt nach dem Einbürgerungstest? Die nächsten Schritte zur deutschen Staatsbürgerschaft
Den Einbürgerungstest bestanden – und jetzt? Hier sind die nächsten Schritte im Einbürgerungsverfahren, von der Urkunde bis zur Einbürgerungsfeier.
Den Einbürgerungstest bestanden zu haben ist ein echter Erfolg. Die Vorbereitung kostet Zeit und Mühe. Aber das Testergebnis ist nicht das Ende des Weges. Es ist ein Dokument in einem größeren Verfahren, und wer weiß, was als nächstes kommt, spart sich Zeit und unnötige Überraschungen.
Was das Testergebnis bedeutet
Nach dem bestandenen Einbürgerungstest stellt das BAMF ein Zertifikat aus, das das Ergebnis bestätigt. Dieses Zertifikat verleiht keine Staatsbürgerschaft. Es belegt, dass eine der Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllt ist, und wird zusammen mit den übrigen Unterlagen bei der zuständigen Einbürgerungsbehörde eingereicht.
Die Einbürgerungsbehörde ist je nach Bundesland bei der Ausländerbehörde oder beim Standesamt angesiedelt. Sie prüft den vollständigen Antrag und trifft die abschließende Entscheidung.
Welche Unterlagen in der Regel erforderlich sind
Die genauen Anforderungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, aber die meisten Behörden verlangen einen ähnlichen Grundumfang. Benötigt wird ein gültiger Reisepass oder Personalausweis. Nachweise über den ununterbrochenen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland sind erforderlich, in der Regel in Form einer Niederlassungserlaubnis oder einer langfristigen EU-Aufenthaltsberechtigung. Dazu kommen Einkommensnachweise, die belegen, dass der Lebensunterhalt ohne staatliche Unterstützung gesichert ist.
Ein Dokument, das viele unterschätzen, ist der Staatsangehörigkeitsausweis. Er bestätigt die aktuelle Staatsangehörigkeit und ist nicht mit dem Reisepass gleichzusetzen. Manche Behörden fordern ihn an, um vor der Einbürgerung eindeutig feststellen zu können, welche Staatsbürgerschaft vorliegt.
In vielen Fällen muss außerdem nachgewiesen werden, dass die bisherige Staatsangehörigkeit aufgegeben wurde oder die Aufgabe eingeleitet ist. Deutschland erlaubt grundsätzlich keine doppelte Staatsbürgerschaft, aber es gibt Ausnahmen. Die Rechtslage hat sich 2024 geändert. EU-Bürgerinnen und EU-Bürger sowie bestimmte andere Personengruppen können ihre bisherige Staatsangehörigkeit unter Umständen behalten. Es lohnt sich, die aktuellen Regelungen sorgfältig zu prüfen, am besten mit rechtlicher Beratung.
Die Einbürgerungsbehörde und die Wartezeiten
Nach Einreichung des vollständigen Antrags beginnt die Bearbeitung durch die Einbürgerungsbehörde. Das braucht Zeit. In vielen deutschen Großstädten, besonders in Berlin, München und Hamburg, sind Wartezeiten von sechs bis achtzehn Monaten keine Seltenheit. In kleineren Städten geht es oft schneller. Eine genaue Aussage zum Zeitrahmen kann die Behörde in der Regel nicht machen.
Während der Wartezeit kann es vorkommen, dass ein Gespräch angefordert oder weitere Unterlagen nachgefragt werden. Auf solche Anfragen sollte schnell reagiert werden. Verzögerungen auf der eigenen Seite verlängern das Verfahren. Ändert sich in der Zwischenzeit etwas, zum Beispiel die Adresse oder die Arbeitsstelle, sollte die Behörde proaktiv informiert werden, ohne auf eine Nachfrage zu warten.
Die Einbürgerungsfeier
Wird der Antrag genehmigt, folgt die Einladung zur Einbürgerungsfeier. Diese Feierlichkeiten werden von der Einbürgerungsbehörde oder der Gemeinde organisiert und variieren je nach Ort erheblich. In der Regel gibt es eine kurze offizielle Ansprache, ein Bekenntnis zur deutschen Verfassung und die feierliche Übergabe der Einbürgerungsurkunde.
Manche Zeremonien sind kurz und sachlich. Andere sind festliche Veranstaltungen mit lokalen Politikerinnen und Politikern und einer echten Atmosphäre. In jedem Fall ist es der Moment, in dem die Staatsbürgerschaft offiziell wird.
Den deutschen Reisepass muss man danach separat beantragen. Die Einbürgerungsurkunde gilt nicht als Reisedokument.
Zuerst kommt der Test
Wer den Einbürgerungstest noch vor sich hat, sollte dort anfangen. Alle weiteren Schritte setzen dieses Zertifikat voraus. PassCitizen stellt alle 310 Fragen aus dem BAMF-Fragenkatalog kostenlos zur Verfügung, gegliedert nach Themen und mit den bundeslandspezifischen Fragen. Außerdem lassen sich komplette Probeprüfungen durchführen, um den Ablauf des echten Tests zu üben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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